Standpunkt: Solidaritätsschreiben zur Unterstützung der Sozial- und Erziehungsdienste

Hier der Wortlaut meines Solidaritätsschreibens zur Unterstützung der Sozial- und Erziehungsdienste:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

Unter dem Motto „Richtig gut. Aufwerten jetzt! Erzieherinnen verdienen mehr“ kämpfen die Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen in der GEW und ver.di für einen besseren Tarifvertrag für die Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten. Dabei geht es nicht nur einfach um durchschnittlich zehn Prozent mehr Lohn. Es geht um eine höhere Anerkennung und Wertschätzung der überwiegend von Frauen ausgeübten, gesellschaftlich wichtigen Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern, Pädagoginnen und Pädagogen.

Die Arbeitssituation in den sozialen und betreuenden Berufsfeldern ist besonders prekär. Die Gehälter sind niedrig, die Teilzeitquote und die Verantwortung dagegen besonders hoch. Verbesserte Arbeitsbedingungen sind die Grundlage für eine qualitativ hochwertige soziale Infrastruktur und gute Kinderbetreuung. Seit Beginn des Kitaausbaus warnen Akteure und Experten und Expertinnen vor einem Fachkräftemangel und einer zunehmenden Belastung der Beschäftigten und mahnen einen Qualitätsausbau in der Kinderbetreuung an. Obwohl in den vergangenen Jahren vermehrt junge Menschen eine Erzieher- bzw. Erzieherinnenausbildung absolviert haben, steigt das Durchschnittsalter des Betreuungspersonals. Arbeitsunfälle und psychische Erkrankungen nehmen zu. Aber auch in anderen Bereichen des Sozial- und Erziehungsdienstes ist ein Arbeitskräftemangel erkennbar.

Erziehungs- und Sozialarbeit wird in dieser reichen Gesellschaft unterbewertet: Aber die Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsberufen sind definitiv mehr wert, denn sie leisten eine wertvolle Arbeit. DIE LINKE findet, dass gut funktionierende öffentliche und soziale Dienstleistungen ein wesentlicher Bestandteil für eine solidarische Gesellschaft sind. Deswegen haben die Kolleginnen und Kollegen aus den Sozial- und Erziehungsdiensten unseren Respekt und unsere volle Unterstützung in ihrem Tarifkampf. Wir rufen dazu auf, die Beschäftigten zu unterstützen, sowie sich mit den absehbaren Streikaktionen zu solidarisieren. Eltern sollten Ihre Gemeinderäte und Bürgermeisterinnen und Bürgermeister dazu aufrufen, sich im Sinne der Beschäftigten zu äußern und die gewerkschaftlichen Forderungen umzusetzen. Helfen wir, gemeinsam weiter Druck auf die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände aufzubauen. Die Erzieherinnen und Erzieher haben es verdient!

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