Vor Ort: Kultusministerium in Bayern gibt reaktionären Gegner*innen zeitgemäßer Schulaufklärung nach

Vielfalt_LogoÜber 100 Erstzeichnende fordern den bayerischen Kultusminister in einem Offenen Brief dazu auf, die neuen Richtlinien für Sexualerziehung in bayerischen Schulen zu veröffentlichen. Auch ich habe den Protestbrief des Aktionsbündnisses „Vielfalt statt Einfalt – München“ als Erstunterzeichnerin mitgetragen, obwohl die neue Richtlinie meines Erachtens einige Punkte enthält, die eigentlich abzulehnen sind. Statt der Einführung von „Aktionstagen für das Leben“ wäre meines Erachtens eine wertneutrale faktenbasierte Thematisierung von Schwangerschaftsabbrüchen im Unterricht sinnvoll. Auch hätte ich mir gewünscht, dass die gleichwertige Darstellung aller Lebensentwürfe und Identitäten an einigen Stellen stärker betont würde und auch – altersgerecht – frühzeitiger angesprochen werden. Die Novellierung war jedoch ein Schritt in die richtige Richtung. Dass das Kultusministerium nun auf Druck der reaktionären Lobby-Arbeit von Frau Beverfoerde nachgibt, ist daher nicht hinzunehmen.
Am 12.09.16 hat Dr. Ludwig Spaenle, Kultusminister in Bayern, Gegner*innen einer Schulaufklärung über Homo-, Trans-, Bi- und Intersexualität in seinem Ministerium empfangen. Wie das trans- und homophobe Protestbündnis „Demo für Alle“ in einer Pressemitteilung bekannt gab, habe der CSU-Politiker dabei unter anderem der Demo-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde und der rechtspopulistischen Publizistin Birgit Kelle zugesichert, „den aktuellen Richtlinienentwurf für die Familien- und Sexualerziehung an den bayerischen Schulen vorerst nicht in Kraft zu setzen“ und versprochen, sich mit einem überreichten Forderungskatalog zu befassen. Die neuen Richtlinien hätten bereits im März nach der Vorstellung im Bildungsausschuss des Landtags zur Grundlage des Schulunterrichts werden müssen.
Hier der Link zum Offenen Brief
Hier der Link zur Pressemitteilung des Aktionsbündnisses

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