Bewegung: Protestaktion der Beschäftigten im Brasilianischen Generalkonsulat

20170222_Kundgebung_Brasilianisches_Konsulat 03Am 22. Februar führten die Angestellten des Brasilianischen Generalkonsulates in München eine kurze Kundgebung und Protestaktion durch. In der Mittagspause versammelten sich einige der Angestellten vor dem Konsulat, um auf ihre arbeitsrechtliche Situation und auf die Behinderung der Arbeit des Betriebsrates hinzuweisen. Ich war zu der Aktion eingeladen und durfte ein kurzes Grußwort halten. In den Arbeitsverträgen der lokalen Angestellten steht zwar schwarz-auf-weiß, dass das deutsche Arbeitsrecht anzuwenden ist, trotzdem soll ihnen u.a. das Recht auf gewerkschaftliche Vertretung untersagt werden. Auch die Tätigkeit des Betriebsrates wird massiv behindert und wurde letztendlich per Dekret der Generalkonsulin sogar „verboten“ – obwohl die Wahl des Betriebsrates eindeutig rechtens war und ursprünglich auch von Arbeitgeberseite akzeptiert wurde. Besonders pikant ist hierbei, dass viele der vorenthaltenen Rechte ihnen auch nach brasilianischem Arbeitsrecht zustehen würden.20170222_Kundgebung_Brasilianisches_Konsulat 02 Die Konsulatsleitung versucht sich also jeweils das rauszusuchen, was ins eigene Konzept passt. Rechte, und vor allem auch das Recht auf kollektive Verhandlungen, müssen aber immer gelten und dürfen nicht vom Entgegenkommen der Arbeitgeber*in abhängen. Ein Rosinenpicken kann nicht hingenommen werden. Mich beeindrucken der Mut und das Durchhaltevermögen der Kolleg*innen sehr. Denn es ist wichtig, dass sich Belegschaften nicht spalten lassen!