Im Gespräch: Vorstellung für „Hallo München“

„Hallo München“ hat mir ein paar Fragen zu meinen politischen Vorstellungen zur Entwicklung von München gestellt. Das Interview findet ihr hier.

Im September wird gewählt! Lesen sie hier den Steckbrief von Nicole Gohlke, Bundestagskandidatin für die Linke im Wahlkreis München-Süd.

Name: Nicole Gohlke

Alter: 41

Beruf: Kommunikationswissenschaftlerin

 Familienstand: verheiratet

Wohnort/Stadtviertel: Ich wohne schon eine ganze Zeit in Haidhausen. Aufgewachsen bin ich aber in Giesing, dem ich mich immer noch sehr verbunden fühle. Es ist daher schön, dass ich im Münchner Süden auch meinen Wahlkreis habe. Die Besonderheit meines Wohnorts/Viertels ist…Das Besondere am Münchner Süden? Die Herbergsquartiere, das alte 60er Stadion, die Isarauen, die Arbeiterviertel in Obergiesing, das Feierwerk, … es ist zum Glück zu bunt und vielfältig, als dass man das in einem Satz beschreiben könnte.

Welchem München-Thema wollen Sie in Berlin besonders Gehör verschaffen? Wie? Auch im reichen München spürt man die sozialen Gegensätze immer deutlicher. Viele meiner Freunde können sich das Wohnen und Leben in der Stadt nicht mehr leisten – ich habe Angst, dass München eine Stadt nur noch für die „oberen Zehntausend“ wird. Eine soziale gerechte Steuerpolitik und die Beendigung der Spekulation mit Wohnraum stehen für mich daher ganz oben auf der Agenda.

Wer ist Ihr (politisches) Vorbild und warum? Mein politischer Blick richtet sich nicht auf „große Köpfe“, sondern auf die meist unbekannten Vielen, die in ihrem Leben und Alltag Großartiges leisten. Ich denke da an Pflegekräfte, Kita-Beschäftige, FlüchtlingshelferInnen und viele mehr. Ich mache Politik, weil ich das Leben und die gesellschaftliche Anerkennung für diese Menschen verbessern möchte.

Was sollte der Bund zur Integration von Flüchtlingen tun? Knapper Wohnraum, mangelnde Infrastruktur, zu wenig KiTa-Plätze und Ganztagsschulen sind schon lange ein Problem – lange bevor Geflüchtete in einer größeren Zahl nach Deutschland gekommen sind. Es braucht daher dringend eine soziale Offensive mit öffentlichen Investitionen in diese Bereiche – von gesellschaftlicher Teilhabe profitieren alle, die hier leben!

Was sehen Sie als wichtigste Bauprojekt in der Region München? Warum? Die Konversionsflächen, denn wir brauchen bezahlbaren Wohnraum. Damit sie langfristig einen dämpfenden Effekt auf die Mietpreisentwicklung haben können, müssen sie aber dem sozialen Wohnungsbau zugeführt und zur Stärkung von Genossenschaftsmodellen verwendet werden.

Was sehen Sie als wichtigstes Verkehrsprojekt in der Region München? Warum? Den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs! Leider denken die Verantwortlichen nur an das Zentrum und bauen die die extrem teure 2. Stammstrecke. Doch die MünchnerInnen wohnen nicht alle am Karlsplatz, sondern auch in Hadern, Giesing und Neuperlach. Die Innenstadt muss über ein ringförmiges S-Bahn-Netz entlastet, die Anschlüsse an den Rändern verbessert werden.

Was vermissen Sie in Berlin am meisten an der Region München? In Berlin bin ich nur zu den Sitzungswochen – bei dem vollen Terminkalender kommt man allerdings nicht dazu, Vieles zu vermissen, und natürlich ist Berlin auch eine tolle Stadt! Aber ich verbringe so viel Zeit wie möglich in München – auch wegen meiner Familie. Außerdem ist das wichtig für den intensiven Kontakt mit den Menschen im Wahlkreis.