Nicole Gohlke: Union und SPD befeuern soziale Auslese an den Hochschulen

„Union und SPD treiben durch ihre Untätigkeit die regelrechte Verarmung vieler Studierender an“, kommentiert Nicole Gohlke die Ergebnisse der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes. Die hochschul- und wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„1991 machten Studierende mit sogenannter gehobener und hoher Bildungsherkunft noch 36 Prozent der Studierendenschaft aus, 2016 ist ihr Anteil auf über die Hälfte angestiegen. Studierende ohne akademisch geprägtes Elternhaus finden sich inzwischen wieder in der Minderheit.

Durch die Verstümmelung des BAföG sind viele Studierende armutsgefährdet. Die monatlichen Ausgaben der Studierenden für Kleidung sind gegenüber 2012 um 20 Prozent gesunken. Für Lernmittel werden ein Drittel, für Freizeit und Kultur zehn Prozent weniger ausgegeben. Dagegen steigen die Kosten für Miete (zehn Prozent), Mobilität (20 Prozent) und medizinische Versorgung inklusive Krankenversicherung (30 Prozent) deutlich.

Wohnungsnot und Immobilienspekulation treiben die Mieten in Hochschulstädten in die Höhe. Nicht einmal für zehn Prozent der Studierenden stehen Wohnheimplätze zur Verfügung. Nur mit einer echten Mietpreisbremse und umfangreichen Investitionen in den Bau von Wohnheimen kann die Wohnungsnot bekämpft werden.

Die Studierenden sind immer stärker auf Einnahmen aus Nebentätigkeit und Unterstützung der Eltern angewiesen. In der Folge nimmt der Stress im Studium zu: 19 Prozent der Studierenden haben Beratungsbedarf hinsichtlich Zeitmanagement, 16 Prozent klagen über Konzentrationsschwierigkeiten, 13 Prozent leiden an depressiven Verstimmungen.

Seit Jahren fordern alle seriösen Studien und Experten eine echte BAföG-Reform. Die Bundesregierung weigert sich und verschärft damit die sozialen und finanziellen Probleme der Studierenden. Bafög-Empfängern fehlen im Schnitt über 100 Euro im Monat, um über die Runden zu kommen. Die Hochschulpolitik von Union und SPD ist eine echte Gefahr für die Studierenden.“