Nicole Gohlke: Hochschulen brauchen verlässliche Finanzierung

Zu dem massiven Rückgang der an Hochschulen gezahlten Drittmitteln, den das Statistische Bundesamt errechnet hat, erklärt Nicole Gohlke, hochschul- und wissenschaftspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag:

„Die Unternehmen haben den deutschen Hochschulen 2015 400 Millionen Euro weniger zur Ko-Finanzierung von Forschungsvorhaben zukommen lassen als im Jahr zuvor. Das ist ein Rückgang, den die Hochschulen schmerzlich zu spüren bekommen.

Dieser plötzliche Rückgang auf das niedrigste Niveau seit der Wiedervereinigung belegt eindrücklich, welchem Risiko die Hochschulen ausgesetzt werden, indem die öffentliche Hand sich aus ihrer Finanzierung zurückzieht und sie auf das Einwerben von Geldern aus der Wirtschaft verweist.

Hochschulen und Universitäten brauchen eine verlässliche Finanzierung von Lehre und Forschung durch Bund und Länder, damit sie ihren gesellschaftlichen Aufgaben dauerhaft und mit hoher Qualität nachkommen können. Das Flickwerk aus kurzfristigen Förderprogrammen und privaten Projektfinanzierungen muss nicht zuletzt im Interesse der Studierenden und des wissenschaftlichen Personals endlich durch eine angemessene und langfristig planbare öffentliche Finanzierung ersetzt werden.“

Gohlke weiter:

„Die angeblich zu hohen bürokratischen Hürden bei der privaten Forschungsfinanzierung, die der Stifterverband beklagt – ausdrücklich beschwert er sich über die Transparenzregeln einiger Hochschulen! – können den plötzlichen Rückgang der Drittmittel aus der Privatwirtschaft nicht erklären. Eine steuerliche Förderung von Drittmittelzusagen, wie sie der Verband vorschlägt, würde nur darauf hinauslaufen, dass die öffentliche Hand Unternehmen Geld schenkt, statt dieses direkt und selbst in die Hochschulfinanzierung zu stecken. So weit gingen selbst die Träume der neoliberalsten Hochschulreformer nie.“