OEZ-Anschlag muss als rassistisches Verbrechen eingestuft werden

Gestern stellten die bayerischen Sicherheitsbehörden ein vom LKA in Auftrag gegebenes Gutachten zum OEZ-Anschlag vor fast zwei Jahren vor. Das Gutachten vertritt die Meinung, dass der Mord an den neun Opfern als Amoklauf einzuschätzen ist. Die Münchner Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Nicole Gohlke, widerspricht vehement dieser Einschätzung: „Es ist sehr bezeichnend, dass die Staatsregierung und die bayerischen Behörden weiterhin den rassistischen Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum vor fast zwei Jahren nicht als rechtsextreme Tat einstufen wollen. David S. hatte nachweislich einen Hass auf Menschen mit Migrationshintergrund. Er hat sich gezielt seine Opfer mit einem rassistischen Muster ausgesucht. So schrieb er schon ein Jahr vor der Tat, „ausländische Untermenschen“ exekutieren zu wollen.

Verschiedene Gutachter, das Bundesamt für Justiz und auch der Vorsitzende Richter am Landgericht haben richtig erkannt, dass es keinen Zweifel daran gibt, dass die Tat rassistisch und fremdenfeindlich motiviert gewesen ist. Das eigene Gutachten der bayerischen Behörden ist nun ein offensichtlicher Versuch eine Gegenöffentlichkeit zu erzeugen. Man will die Dimensionen rechter uns rassistischer Gewalt so lange wie möglich verschweigen und bleibt auf dem rechten Auge blind.

Dies ist ein Schlag ins Gesicht für die Hinterbliebenen. Diese fordern zurecht, dass der Mord an ihren Angehörigen als ein rassistisches Hassverbrechen benannt wird. Wir stehen fest an der Seite der Betroffenen und werden weiter gegen rechte Gewalt kämpfen.“