Förderung durch Facebook an der TU München wirft Fragen auf!

Die kürzlich bekannt gewordene Kooperation der TU München mit dem Facebook-Konzern ist von Beginn an mit Widersprüchen besetzt. Zwar behauptet die TU, dass Facebook Inc. keinerlei Einfluss auf Organisation und Personalbesetzung am Institut habe. Dies fällt allerdings schwer zu glauben: Nach eigener Aussage des designierten Institutsleiter ist die Kooperation zwischen Facebook und der TU München dadurch zustande gekommen, dass er über seine Mitarbeit in verschiedenen Ethikkommissionen einige hochrangige Facebook-Mitarbeiter kennengelernt und man in vielen Diskussionen Gemeinsamkeiten in Fragen der KI-Forschung entdeckt habe.

Dieser offensichtliche Widerspruch zeigt, wie groß die Gefahr für die akademische Freiheit durch die Zusammenarbeit mit Sponsorenunternehmen wie Facebook & Co. ist. Natürlich möchte ein Unternehmen, das Millionen Euro in ein Institut steckt, Nutzen aus seiner Investition ziehen und Einfluss nehmen. Vor allem, wenn die Betätigungsfelder des Sponsoren und des Instituts in direktem Sachzusammenhang stehen. Die Finanzierung eines KI-Instituts durch Facebook ist daher für die akademische Freiheit genauso schwierig, wie es ein McDonald´s-Institut für Ernährungswissenschaften wäre.

Bund und Länder sind dafür verantwortlich, solche Kooperationen durch eine solide Ausstattung der Hochschulen überflüssig zu machen. Von der Bundesregierung erwarte ich daher, dass die berechtigte Forderung nach einer Dynamisierung der Mittel für staatliche Hochschulen im neuen Hochschulpakt aufgenommen wird. Andernfalls drohen die Hochschulen in immer tiefere Abhängigkeit von Sponsoren zu fallen.

Zum Artikel im Tagesspiegel vom 06.03.2019: zum Artikel

Zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage vom 28.02.2019: DS 19/8101

Share this Post