MdB Nicole Gohlke

Grundfinanzierung der Hochschulen und Ausbau der sozialen Infrastruktur sichern

„Die neue Rekordzahl sorgt für neue Probleme bei den Studien- und Lehrbedingungen. Die Kapazitäten an Hochschulen reichen vorne und hinten nicht, um überall die nötige Betreuungsqualität zu garantieren“, erklärt Nicole Gohlke, wissenschafts- und hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf die aktuellen Zahlen zu eingeschriebenen Studierenden an deutschen Hochschulen. Gohlke weiter:

„Zwar gibt es mit über 2,9 Millionen Studierenden ein neues Rekordhoch, aber die sinkenden Erstsemesterzahlen machen mir Sorgen. Die Corona-Pandemie hält deutlich mehr junge Menschen von einem Studium ab, als von der Bundesregierung behauptet. Vor allem Hochschulberechtigte aus einkommensschwachen Familien werden sich zweimal überlegen, ob sie ein Studium beginnen, wenn die Finanzierung unsicher ist. Dass dies im Bundesbildungsministerium nicht interessiert, wird die soziale Ungleichheit im Bildungssystem enorm verstärken. Entgegen der Warnungen der demokratischen Opposition und des eigenen Koalitionspartners hat es Ministerin Karliczek unterlassen, wirksame Hilfen auch für Erstsemester auf den Weg zu bringen.

Spätestens jetzt braucht es eine Initiative des Bundes zur Grundfinanzierung der Hochschulen, damit diese ihren Aufgaben gerecht werden können. Der Mehraufwand darf nicht zulasten der vielen prekär beschäftigten Wissenschaftler gehen. Gerade Fachhochschulen müssen besser ausgestattet werden. Dass sie fast alleine für die Zunahme der Studierenden sorgen, steht in keinem Verhältnis zu deren Unterfinanzierung.

Wir fordern eine deutliche Erhöhung der Mittel im ‚Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken‘, um endlich für Planungssicherheit bei den Hochschulen zu sorgen. Die Studienfinanzierung muss durch eine Reform des BAföG auf neue Füße gestellt werden. Ministerin Karliczek darf sich nicht länger im Licht der Spitzenforschung sonnen und gleichzeitig die Nöte von Studierenden und Wissenschaftlern ignorieren.“

Linksfraktion vom 11.12.2020 Zum Artikel

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