MdB Nicole Gohlke

Zu reich fürs Bafög – zu arm für die Stadt: Studentin zieht aus München weg

Vor kurzem hat Yasmin in ihrem Studentenwohnheim die Kartons gepackt, ihre Exmatrikulation unterschrieben und München verlassen – obwohl das Studium ihr Traum war, obwohl sie nie durch eine Prüfung fiel. Trotzdem brach Yasmin ab, denn sie konnte sich ihr Studentenleben in München nicht mehr leisten.

Ihre Arbeitsstelle bei einem renommierten Unternehmen befand sich in München, ihre Hochschule in Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg, über 300 Kilometer weit weg. Yasmin musste also zwei Zimmer mieten. Denn ihr Elternhaus liegt am anderen Ende Deutschlands – bei Hamburg.

Das Amt berücksichtigt höhere Ausgaben nicht

Individuell höhere Ausgaben – zum Beispiel für einen zweiten Wohnsitz – berücksichtigt das Amt nicht. Der Gesetzgeber habe „bewusst in Kauf genommen“, dass solche Abwägungen die Studierenden selbst treffen müssen.

Denn egal, ob jemand in München oder in Sachsen studiert, erhält ein Student immer gleich viel Unterstützung. So geht es aus einer Anfrage hervor, die die Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke von der Linken gestellt hat.

Die Abgeordnete Gohlke will helfen

Sie hörte von Yasmins Problem und versuchte, ihr zu helfen. „Dass ein Duales Studium in München vom Geldbeutel der Eltern abhängt, darf nicht zur Normalität werden“, sagt die Abgeordnete, die bei der Bundestagswahl im Münchner Westen antritt und die fordert, dass das Bafög reformiert werden muss. „Die Bundesregierung“, findet Gohlke, „pfeift auf soziale Gerechtigkeit in der Ausbildung.“

Abendzeitung vom 04.06.2021 Zum Artikel

Zu reich fürs Bafög – zu arm für die Stadt: Studentin zieht aus München weg
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