MdB Nicole Gohlke

Zehntausenden Haushalten wurde in Bayern der Strom abgedreht

In Bayern haben Versorger zuletzt weniger Haushalten den Strom abgedreht, weil diese Rechnungen nicht zahlten. Lag die Zahl solcher Stromsperren im Freistaat im Jahr 2017 noch bei 35.843, sank sie bis 2019 auf 27.040, wie aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Nicole Gohlke hervorgeht. Für das vergangene Jahr sollen die Zahlen nach Angaben des Ministeriums erst Ende September vorliegen. Wegen der Corona-Pandemie warnen Sozialverbände aber schon jetzt vor einer Trendwende.

Linken-Abgeordnete Gohlke forderte deshalb ein gesetzliches Verbot von Stromsperren. „Das ist eine stille soziale Katastrophe“, sagte Gohlke. 2018 sei im Schnitt fast jedem zehnten Haushalt in Bayern eine Stromsperre angedroht worden. „Die Energiekosten sind gerade für Niedriglohnbeschäftigte und Hartz IV-Empfänger kaum noch bezahlbar“, betonte Gohlke. Es sei „zynisch“, dass Stromversorger pro Sperre im Schnitt rund 100 Euro von betroffenen Haushalten verlangten.

dpa/Süddeutsche Zeitung vom 13.06.2021 Zum Artikel

Zehntausenden Haushalten wurde in Bayern der Strom abgedreht
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