MdB Nicole Gohlke

Mehr Verstöße gegen Mindestlohn in Bayern

2020 gab es in Bayern 940 Verfahren, weil weniger als der Mindestlohn bezahlt wurde – ein Rekord Die Zahl der festgestellten Verstöße gegen das Mindestlohngesetz ist in Bayern seit 2015 auf das knapp Siebenfache angestiegen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Münchner Linken- Abgeordneten Nicole Gohlke hervor, die der AZ vorliegt.

„Es ist ein Skandal, dass immer mehr Beschäftigte um ihren Mindestlohn gebracht werden. Die Dunkelziffer scheint immens hoch. Laut DGB wird nur etwa jeder hundertste Fall aufgeklärt, das darf nicht sein“, sagt Nicole Gohlke dazu. „Die Schlupflöcher sind so groß wie Scheunentore.“ Die Spitzenkandidatin der bayerischen Linken bei der Bundestagswahl im September fordert daher, dass solche Verstöße für Arbeitgeber spürbare Konsequenzen haben müssen. „Es braucht mehr Personal beim Zoll und schärfere Kontrollen. Gesetzeslücken und unzureichende Dokumentationspflichten für Arbeitszeiten müssen geschlossen werden.“ Darüber hinaus sei der aktuelle Mindestlohn von 9,50 Euro pro Stunde sowieso zu gering. „Er schützt nicht vor Armut“, sagt Gohlke, deren Partei sich für eine Anhebung auf 13 Euro pro Stunde einsetzt.

Abendzeitung vom 14.06.2021 Zum Artikel

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