Bildungsziele: Koalitionsvertrag im Faktencheck

„Mit der Ausrufung eines „Jahrzehnts der Bildungschancen“ setzt die Ampel ein längst überfälliges Zeichen. Der Koalitionsvertrag enthält durchaus einige gute Vorhaben – etwa das Programm Startchancen für 4.000 allgemeinbildende und berufsbildende Schulen mit hohem Anteil benachteiligter Schüler:innen oder die geplanten Reformen von BAföG und Wissenschaftszeitvertragsgesetz“, so das Urteil von Nicole Gohlke zu den Bildungsplänen der Dreier-Koalition.

„Allerdings tappen die Leserinnen und Leser ziemlich im Dunkeln, wenn es um Fragen der finanziellen Untersetzung, der Verbindlichkeit oder der konkreten inhaltlichen Ausgestaltung geht. Es bleibt vieles vage und offen,
besonders wenig liest man dazu, wie durch die Vorhaben in der allgemeinen, beruflichen und in der Hochschul-Bildung an der sozialen Spaltung gerüttelt werden soll. Mehr „Exzellenz“ – jetzt auch in der beruflichen Bildung, geht in diesem Zusammenhang in die völlig falsche Richtung.

Die neue Koalition wagt leider keine strukturellen und systemischen Veränderungen im Bildungssystem, auch die Logik auf wirtschaftliche Verwertbarkeit wird nicht in Frage gestellt. Vielmehr verlieren sich die Vorhaben zum Teil im Klein-Klein ohne konkret zu werden. Kein Wort verliert die Ampel zum Lehrkräftemangel, zum eklatant steigenden Sanierungsstau an Schulen und Hochschulen, auch fehlt das klare Bekenntnis zur Aufhebung des Kooperationsverbots.

Es bleibt zu hoffen, dass das ‚Jahrzehnt der Bildungschancen‘ mehr Erfolg für soziale Gerechtigkeit in der Bildung bringt als die einst von Merkel ausgerufene ‚Bildungsrepublik‘. Die LINKE wird dafür kämpfen.“

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