Zu viele Verkehrstote: LINKE fordert Tempolimit 120 auf Autobahnen.

Rasen tötet: Auf deutschen Fernstraßen sind in den Jahren 2018 bis 2020 mehr als 1.150 Menschen infolge eines Unfalls gestorben, der auf eine überhöhte Geschwindigkeit zurückging. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Frage der Linken-Bundestagsabgeordneten Nicole Gohlke hervor. In diesem Zeitraum kamen durch geschwindigkeitsbedingte Unfälle auf Autobahnen 525 und auf Bundesstraßen 628 Personen ums Leben. Das Bundesstraßennetz ist etwa dreimal so lang wie das der Autobahn.

„Die meisten Todesopfer auf Autobahnen gehen auf das Konto von Rasern“, sagt Gohlke, die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion ist. Dieser Realität müsse sich Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) stellen. Gohlke kritisiert, dass die neue Bundesregierung kein Tempolimit für Autobahnen in den Koalitionsvertrag aufgenommen hat. SPD und Grüne haben in ihren Bundestagswahlprogrammen zwar ein Tempolimit von 130 auf Autobahnen gefordert. Mit ihrer strikten Ablehnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung hatte sich aber die FDP durchgesetzt. „Die Autolobby hat wieder einmal über die Vernunft gesiegt“, sagt Gohlke. „Für ihre PS-starke Wählerklientel gefährdet die FDP lieber Menschenleben.“

Die Linkspartei fordert für Autobahnen ein Limit von 120 Stundenkilometern. „Die Einführung einer Höchstgeschwindigkeit würde Leben retten, die Umwelt schonen und Rettungskräfte entlasten“, sagt Gohlke. „Gleiches gilt für Landstraßen, wo maximal 80 Kilometer pro Stunde zur Regel werden müssen.“

TAZ vom 17.01.2022 Zum Artikel

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