Lehrkräftemangel in Bayern ist hausgemacht

„Die Landesregierung hat viel Zeit mit Vertuschen verplempert anstatt das Problem des Lehrkräftemangels ernst zu nehmen und anzugehen.  Nun sehen wir das Drama und auch Bayern kommt nicht umhin, auf Quereinsteiger zurückgreifen zu müssen.

Strafmaßnahmen wie die Stundenaufstockung der Teilzeitkräfte oder etwa die Streichung der Möglichkeit eines Sabbatjahres machen den Job auch nicht gerade attraktiver und bestrafen auch noch diejenigen ab, die das System am Laufen halten. Wir brauchen eine völlig andere Stoßrichtung, um den Lehrerberuf so attraktiv wie möglich zu machen. Außen muss spürbar sein, dass es ein toller Beruf ist, der Spaß macht und nicht dazu führt, das Potential eines Burnouts steigert. Wir müssen also endlich die Rahmenbedingungen für eine moderne Lehrerausbildung und für den Lehr- und Lernalltag an Schulen verbessern – kleinere Lerngruppen, eine gleichwertige Bezahlung für alle Schularten, eine gute Praxisbetreuung in der Ausbildungsphase, vielleicht auch mal an der ein oder anderen Stelle Druck rausnehmen.

Wir brauchen für unsere Schülerinnen und Schüler die besten Leute. Ohne den Quereinstieg wird auch Bayern mittelfristig nicht auskommen. Deswegen ist es wichtig, auch hier für gute Rahmenbedingungen an den Schulen, bei der Betreuung, der Ausbildung und der Bezahlung zu sorgen – zum Abbau des Lehrkräftemangels ohne Qualitätsverlust.

Auch auf Bundesebene muss sich in der Bildungspolitik einiges bewegen: Das Kooperationsverbot in der Bildung muss endlich vollständig aufgehoben und eine Gemeinschaftsaufgabe Bildung im Grundgesetz verankert werden. Wir brauchen bundesweit geltende Vereinbarungen zur Sicherung materieller und personeller Rahmenbedingungen an Schulen, zur Ausbildung und zu Arbeitsbedingungen der Fachkräfte und zur Bildungsfinanzierung.“

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