Am Freitag und Samstag, 25. und 26. Juni 2010 war ich in Stuttgart, um mit BildungsstreikaktivistInnen aus vielen Städten im Südwesten über die Ursachen der Misere im Bildungssystem und Perspektiven für weitere Proteste zu diskutieren. Die Berichte zweier griechischer Aktivisten machen Mut und zeigen auf, wie SchülerInnen, Studierende, Azubis zusammen mit ArbeiterInnen und Arbeitslosen gegen die Angriffe der Regierung kämpfen können.
Insgesamt um die 50 junge Menschen diskutierten beim landesweiten Bildungs- und Aktionskongress „Analyse, Kritik, Veränderung“ über Perspektiven für die Bildungsproteste. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer - Mitglied bei der Linksjugend solid, bei Die Linke.SDS, der LINKEN und auch unorganisierte – waren in den letzten Monaten alle aktiv in den Bildungsstreik-Protesten an ihrem Ort.
Entsprechend war der Kongreß von den lebendigen Erfahrungen der Aktivistinnen und Aktivisten geprägt. Inspirierend wirkten vor allem die griechischen Erfahrungen, wo eine Jugendrevolte im Winter 2008/2009 Vorläufer der Welle von Generalstreiks und Protesten, die sich 2010 gegen die Kürzungsmaßnahmen des Internationalen Währungsfonds erhoben. Neu war für viele auch, daß der Bologna-Prozess in Griechenland nicht umgesetzt und kein Bachelor/Master eingeführt wurde – auch dies als Reaktion auf großen Widerstand junger Menschen.
Im Herbst wollen Aktive aus der Linksjugend solid und Die Linke.SDS auch an den Schulen und Unis Proteste gegen das Kürzungspaket initiieren um wie schon am 12. Juni gemeinsam mit Gewerschaften und Arbeitsloseninitiativen zu demonstrieren. Anschließend soll der Landtagswahlkampf genutzt werden um wie schon in Hessen und Nordrhein-Westphalen Bildungsabbau und Studiengebühren zum Wahlkampfthema zu machen und SPD und Grüne zu zwingen, wie auch DIE LINKE für einen grundlegenden Wechsel in der Bildungspolitik einzutreten.
Dass dieser nötig ist, daß der Bildungsabbau sich mit der Wirtschaftskrise verschärft und eine ganz andere Bildung jenseits des Kapitalismus nötig ist, wurde in den Workshops diskutiert: Notendruck, Konkurrenz und soziale Auslese sind die Kennzeichen einer Bildungspolitik, die auf das Motto „schneller, schlanker, effizienter“ setzt. Dem setzen wir entgegen: länger gemeinsam Lernen und zwar gebührenfrei – von der Kita bis zur Uni!









