Nicole Gohlke, Ralph Lenkert: Ausfinanzierung in der Breite vor Elitenförderung

„Die Bundesregierung verdrängt kritische Fragen zur Exzellenzinitiative“, so Nicole Gohlke, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE zum heute veröffentlichten Imboden-Bericht. Gohlke weiter:

„Gebetsmühlenartig wiederholt die Bundesregierung ihr Mantra von der Förderung exzellenter Standorte und Forscherinnen und Forschern. Was der „Imboden-Bericht“ in seiner Bewertung der vergangenen Runden der Exzellenzinitiative aber verschweigt sind die teilweise unerträglichen Zustände an Hochschulen, ausgelöst durch die mangelnde Grundfinanzierung.

Wie soll Talent in schlecht ausgestatteten Einrichtungen und überfüllten Hörsälen gefördert – ja, überhaupt erst einmal entdeckt werden – bei Betreuungsschlüsseln von Professorinnen und Professoren zu Studierenden von eins zu 60 bis eins zu 70?“

Ralph Lenkert, forschungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE ergänzt:

„Die Verlierer in diesem Ringen um die Spitze auf Kosten der Breitenförderung sind stets jene Regionen, die ohnehin bei Bundes-Forschungsmitteln benachteiligt sind: Rheinland Pfalz, Sachsen Anhalt, Thüringen und einige andere. Das liegt keineswegs an schlechteren Forscherinnen und Forschern, sondern einfach an mangelnden Ressourcen. Diese ungleiche Verteilung der Exzellenzmittel ist zudem nach jüngsten Erkenntnissen nicht rechtssicher.

Notwendig wäre jetzt eine gemeinsame Initiative mit den Ländern für eine bessere Grundfinanzierung aller Hochschulen. Eine solide Ausstattung der Hochschullandschaft würde auch endlich die Spielräume eröffnen, die massenhafte Befristung von Wissenschaftlerinnen zu beenden. So könnte auch Rechtssicherheit hergestellt werden.“