Vor Ort: Besichtigung einer biologischen Milchwirtschaft

20160720_ST_Biobauer_1Die Sommertour führte mich am 20. Juli in den Landkreis Ansbach, nach Bechhofen-OT Winkel, auf den milchwirtschaftlichen Biohof Karl Meyer. Herr Meyer ist zudem der Kreisvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) in Ansbach.
Die Milchbetriebe werden immer weniger, und vor allem Familienbetriebe müssen wegen der geringen Milchpreise aufgeben. Karl Meyer ist froh, dass er auf Bio umgestellt hat, denn so bekommt er weiterhin 49 Cent / Liter von seiner Molkerei. Allein im Ort Winkel gab es mal 10 Milchbauern, jetzt sind es noch 3, 20160720_ST_Biobauer_2deutschlandweit gab es 1964 noch 320.000 Milchviehbetriebe, jetzt nur noch 33.000. Die Milchmenge ist seitdem aber ständig gestiegen. Wenn man die Milch weiter dem Markt überlässt, wird der Preis wegen des Überangebots niedrig bleiben, so dass immer mehr kleinere Bauern aufgeben. Große Betriebe werden dagegen weiter wachsen und versuchen mit mehr Tieren immer billiger zu produzieren. Dies schadet den Tieren und der Qualität der Milch. Fazit der Diskussion war, dass man die Milchmenge und Preis nur mit einer europaweiten Reduzierung der Milchmenge in den Griff bekommt. Zu überlegen wären auch Mindestpreise für Familienbetriebe, um die bäuerlichen Strukturen zu erhalten. Weitere Themen waren die Gefahren von TTIP&CETA für kleine und mittelständische Betriebe sowie über Alternativen zum Einsatz von Chemikalien wie Glyphosat in der Landwirtschaft.

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