Im Gespräch: Gemeinwohlorientiertes Wirtschaften

20160722_KK_STEine sehr informative Station auf meiner diesjährigen Sommertour war das heutige Treffen mit Daniel Überall vom Kartoffel Kombinat in München, wo ich mich am Beispiel des Kartoffel Kombinats über das Konzept des gemeinwohlorientierte Wirtschaften informiert habe.
Das Kartoffel Kombinat wurde 2012 von Daniel Überall zusammen mit Kolleg*innen in München gegründet. Inzwischen hat die Genossenschaft über 900 Mitglieder in der Stadt. Die Haushalte erhalten auf wöchentlicher Basis einen Ernteanteil des saisonalen Bio-Gemüses, teils aus eigener Produktion und teils (noch) von festen Vertragspartner*innen aus der Region. Dabei geht es nicht nur um die ökologisch nachhaltige Produktion von Lebensmitteln. Eine wichtige Grundidee bei dieser alternativen Produktions- und Konsumgemeinschaft ist, dass das Wohle aller im Vordergrund steht, statt der Profitinteressen von einzelnen Konzernen. So sind z.B. die Angestellten, anders als in weiten Teilen der Landwirtschaft üblich, ganzjährig angestellt und erhalten faire Löhne weit über den marktüblichen Gehältern. Trotzdem wird gleichzeitig darauf geachtete, dass der Einstieg möglichst niedrigschwellig ist und für möglichst viele Familien erschwinglich.
Seit Anfang des Jahres ist das Kombinat auch Gemeinwohlökonomie (GWÖ) zertifiziert. Anhand eines von der GWÖ aufgestellten Wertekatalogs werden hierbei unterschiedliche Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit, der sozialen Gerechtigkeit, menschenwürdige Arbeitsbedingungen oder der Mitbestimmung und der Transparenz unter die Lupe genommen und ausgewertet.

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