Prekarität auf höchstem Niveau

„Die Bundesregierung lässt die Nachwuchswissenschaftler dauerhaft in Unsicherheit“, kommentiert Nicole Gohlke, hochschul- und wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, den heute veröffentlichten Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs. Nicole Gohlke weiter:

„13 von 14 Wissenschaftlern unter 45 Jahren verfügen nur über einen befristeten Arbeitsvertrag. Viele von ihnen müssen die Familiengründung aufschieben oder bleiben in der Hoffnung auf eine sichere Stelle kinderlos. Für den wissenschaftlichen Nachwuchs fördert die Bundesregierung Prekarität auf höchstem Niveau.

Die Prekarisierung der Wissenschaft ist eine direkte Folge aus der zunehmenden Abhängigkeit von Drittmitteln. 98 Prozent der drittmittelfinanzierten Stellen sind zeitlich befristet. Ohne einen spürbaren Aufwuchs der Grundfinanzierung gibt es keine Lösung für dieses Problem.

Aber sogar im Bereich der grundfinanzierten Stellen sind inzwischen 75 Prozent der Stellen befristet. Die Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes hat allen bisherigen Erkenntnissen nach keine Abhilfe geschaffen. Die neoliberale Wissenschaftspolitik der vergangenen Jahrzehnte hat einen Scherbenhaufen hinterlassen. DIE LINKE kämpft weiter für eine Entfristungsoffensive und Dauerstellen für Daueraufgaben.“