MdB Nicole Gohlke

Oktoberfestattentat: 40 Jahre Warten auf Opferentschädigung ist unwürdig

„Das Oktoberfestattentat von 1980 war der Auftakt zu mittlerweile vier Jahrzehnten rechtem Terror und hunderten Opfern in der Geschichte der Bundesrepublik. Die gescheiterten Ermittlungen des Bayerischen Landeskriminalamts markieren eines der folgenreichsten Versagen deutscher Ermittlungsbehörden. Die Neonazi-Hintermänner werden wohl nie angeklagt und eine mögliche Verstrickung der Geheimdienste wurde nicht ausgeräumt. Die quälende Frage, wer die Mittäter waren, muss die Opfer bis heute begleiten. Mit der Übertragung der wiederaufgenommenen Ermittlungen an das Bayerische Landeskriminalamt wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Der Generalbundesanwalt trägt die politische Verantwortung für das Scheitern der Nachforschungen“, so Nicole Gohlke.

„Dass die Opfer 40 Jahre auf Entschädigung warten mussten, ist unwürdig. Vier Jahrzehntelang wurde das Attentat nicht als rechter Terror eingestuft und blieben die Geschädigten ungehört. Vor allem dem Druck der Überlebenden, Angehörigen und Zivilgesellschaft ist es zu verdanken, dass die Entschädigungszahlungen nun doch noch Realität werden. Dass sich erstmals ein Bundespräsident und bayerischer Ministerpräsident bei der Gedenkveranstaltung blicken lassen, war längst überfällig und spricht Bände über den langen Weg zur Anerkennung der Opfer. Ich erwarte eine persönliche Entschuldigung gegenüber den Betroffenen und die Versicherung, dass alles getan wird, um rechten Terror zukünftig zu verhindern. Das Eingeständnis von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann über Fehler bei den Ermittlungen muss Konsequenzen für den Kampf gegen militante Rechte haben, auch in den Reihen der Polizei.“

Pressemitteilung vom 28.09.2020

Oktoberfestattentat: 40 Jahre Warten auf Opferentschädigung ist unwürdig
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